Fahrt nach Windhoek

26. März 2017

Da wir nur eine Fahrzeit von etwa 2,5 h vor uns hatten, konnten wir gemütlich frühstücken und sind ohne Hast von diesem wunderschönen Fleckchen Erde weggefahren. Auf der B2 war reger Verkehr, nach 3 Wochen sehr ungewohnt.

Das „Olive Grove Guesthouse“ besitzt einen lauschigen Innenhof und ist auch so recht ansprechend.

In Windhoek kann man am Wochenende, speziell am Sonntag recht wenig unternehmen, Museen und sonstige öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, die Geschäfte sowieso (im Gegensatz zu Swakopmund), die Stadt ist ausgestorben. Wir haben versucht, eine Stadtrundfahrt für den Montag reservieren zu lassen, hatten aber keine Rückmeldung, ob dies klappen würde.

Wir legten noch einen kleinen Marsch ein Richtung Zentrum, um unsere Bargeldvorräte aufzufüllen und packten ansonsten unsere sieben Sachen zusammen, die durch viele Einkäufe doch recht umfangreich geworden waren im Vergleich zur Hinreise.

seDas sehr leckere Abendessen – die Küche hatten wir im Blick von unserem Terassenplatz aus und konnten der Köchin direkt unsere Komplimente über das Essen zurufen – rundete den Abend ab. In unserem schönen Zimmer wartete noch ein kleines Silbertablett mit Portwein und Schokolade auf uns, das während des Essens dort hingebracht worden war, eine nette Aufmerksamkeit.

Fahrt Palmwag – Erongo Wilderness Lodge

24. März 2017

Als wir aufstanden, sahen wir Magnus und Brian bereits aus der Lodge herausfahren; wir frühstückten noch gemütlich und nahmen dann den ersten Teil unserer heutigen Fahrstrecke in Angriff. Zunächst fuhren wir bis Twyefelfontain und besichtigten dort das Damara Living Museum.

Noch nicht lange wieder im Auto, kamen wir an dem laufenden Rivier des Aba Huab an, dort standen einige Leute herum, teilweise auch im Wasser, ca. 75cm hoch und damit war die Frage, ob wir hier den Fluss durchqueren können, eindeutig zu verneinen. Es kam uns ein älter Mann in einer Trainingsanzugartigen Uniform, entgegen, der uns erklärte, dass man mit einem 4×4 ein Stückchen weiter den Fluss abwärts noch gut durchfahren könnte.

Er stieg bei uns ein, und leitete uns dynamisch durch den Fluss. Das vordere Nummernschild blieb dabei im Wasser, was wir aber erst viel später an diesem Nachmittag bei einer Fotopause entdeckten.

Wir machten einen Stop in Uis im Coffee & Cactus Cafe, was sich als lauschiges Plätzchen herausstellte. So kamen wir erst gegen 16:30 Uhr auf der Erongo Wilderness Lodge an, da wir nicht vorhatten, an dem Tag noch an irgendeinem Programm teilzunehmen, war das auch egal.

Die Erongo Wilderness Lodge bei Omaruru verfügt über luxuriöse Zelte mit riesigen Vordächern, einer Holzterasse ca. 25 m2 und einem Aussenbad, das einfach nur genial ist.

Die Zelte sind in die Felslandschaft eingenistet, die Anlage ist superschön, da hat sich jemand sehr viele Gedanken gemacht.   

Betreutes Campen Ende und Palmwag

23. März 2017

Die Aussendusche war gestern Abend bereits abgebaut worden, hätte aber bei diesem superschwülen Tag auch nicht viel ausgerichtet. Brian und Magnus bauten schweißtriefend das Camp ab, um 8:40 Uhr waren wir startbereit, das Thermometer zeigte bereits 28°C. 

Wir fuhren nun zum zweiten Mal durch das Hoanib Riverbed, heute bei strahlend blauem Himmel, der Sandsturm war weg und wir kamen zuerst an vielen Giraffen vorbei – und dann sahen wir Wüstenelefanten, ein Traum. Zunächst stand ein Bulle in Must (paarungsbereit, sehr aggressiv) mitten im Riverbed auf der Fahrspur und ein kleinerer Elefant war am Rand beim Hochkrabbeln zu sehen. Es waren noch 2 weitere Tiere in dieser Gruppe. Durch das hochgestellte Dach konnten wir die 4 Tiere lange beobachten. Der Bulle gab den Weg dann frei (wir hätten auch bedingt durch die schlechten Spuren nicht anders fahren können und warteten einfach solange, bis wir weiterfahren konnten).

Es macht riesigen Spaß, im Fahrzeug stehend durch die Landschaft zu fahren. Wir fuhren zunächst durch eine sehr karge Gegend, dann wurde es ziemlich grün auf einer weiten Ebene, wo sich eine Unzahl von Springböcken aufhielt; dann kamen wir durch Farmland und am Ende, bevor wir die Concession verließen, wurde es sehr kurvig und hügelig, wiederum mit phantastischen Ausblicken.

Auf dem Weg nach Sesfontain / Palmwag trafen wir am Straßenrand auf die Schwester von Magnus, begleitet von einer weiteren Erwachsenen und vielen Kindern, hier luden Magnus und Brian die vielen angebrochenen und nicht verbrauchten Lebensmittel ab, die sowieso nicht nach Swakopmund zurück transportiert hätten können, da gleich nach Palmwag der Veterinärzaun verläuft. Somit waren die Sachen sehr gut aufgehoben und dieses Procedere ist gängig und vernünftig.

Angekommen in der Palmwag Lodge, aßen wir mit Magnus zu Mittag und hatten ansonsten einen faulen Nachmittag, Magnus kümmerte sich um den Landrover, mit dem die beiden am nächsten Tag wieder nach Swakopmund fuhren, der Basis von Namibia Tracks and Trails. Zum Abendessen trafen wir uns nochmals zu viert, dann war Abschied nehmen angesagt.

Guided Camping Tour Palmwag Concession Tag 3

22. März 2017

Nach dem Frühstück packten Brian und Magnus alles zusammen und wir starteten zu unserem nächsten Camp im Tal des Mudirib Rivers.

Die Landschaft veränderte sich sehr während des Fahrens, die Erhebungen bestehen jetzt aus schräggestelltem Sedimentgestein. Wir standen an einigen sehr beeindruckenden Aussichtspunkten mit 360° Sicht. Ein Rhino bekamen wir auch zu sehen.

Unser Campingplatz war gewissermaßen rundum von Hügeln eingeschlossen. Leider waren uns die vielen Fliegen, die seit Dienstag abend um uns herumschwirrten, gefolgt. Bei 42° C eine schnelle Brotzeit, Brian und Magnus begannen mit dem Campaufbau.

Nachdem es mit den Fliegen kombiniert mit der Hitze unerträglich wurde, fuhren wir in Richtung des Hoanib Riverbeds zu einem Wasserloch. Das Plantschen wurde aber ersatzlos gestrichen, da wir schon einige Kilometer davor in einen Sandsturm kamen.

Laut Brian hatte er so etwas hier noch nie erlebt und somit war dies eine Fahrt in einer anderen Dimension. Wären wir selbst gefahren, wären wir höchstwahrscheinlich umgedreht.

Einige Giraffen waren zu sehen, sonst ausser frechen Affen keine größeren Tiere. Also irgendwann wieder umgedreht und erst mal zum Duschen.

Brian stöberte mit Schwarzlicht kleinere Skorpione auf (es gibt in Namibia 2 größere Arten, deren Stiche gefährlich sind, diese waren nicht darunter).

Super leckeres Abendessen, am Feuer sitzen und den Regen hören, der ganz leise und aus einzelnen Wolken aufs Zelt prasselt. Dadurch kühlte es in der Nacht nicht ab, es wurde bis zum nächsten Morgen sehr schwül.   

Fahrt zum Etendeka Mountain Camp

18. März 2017

Da wir nur eine sehr kurze Fahrstrecke nach Palmwag an diesem Tag vor uns hatten, sind wir noch in die Gegenrichtung nach Sesfontain gefahren.

Der Ort macht nicht viel her, das alte ehemalige Fort ist nun eine Lodge mit einem schön hergerichteten Innenbereich und ein kleiner Soldatenfriedhof liegt davor (3 deutsche Gräber). Der Ort verfügt auch über eine Tankstelle, die uns zunächst geschlossen bzw. ausser Betrieb zu sein schien, aber wir hörten ein recht höfliches Hallo vom „Nebengrundstück“ mit dem Hinweis, wenn wir mit der Fortbesichtigung fertig seien, könnten wir zur Tankstelle kommen. Diese Tankstelle wäre  bei uns schon vor 30 Jahren geschlossen worden.

Nach dem Abstecher fuhren wir ein Stück die D3710 zurück, die wir am Donnerstagabend bereits gefahren waren, aber aufgrund der Zeitknappheit konnten wir die schöne Aussicht erst jetzt genießen.

Die Fahrt nach Palmwag dauerte dann wirklich nicht lange, gegen 13:30 Uhr kamen wir in der Lodge an, um dort auf den Transfer zum Etendeka Mountain Camp zu warten. Der Fahrer stand bereits da, allerdings fehlten noch 2 weitere Gäste, die durch einen platten Reifen und Fehlinformationen bzgl. Pick-up Point für Etendeka mit 1 Stunde Verspätung eintrafen. Gegen 17:00 Uhr ging es dann endlich los, 1,5 h rumpeligste Fahrt zum wunderschön gelegenen Camp, mitten im Nichts.

Unser Zelt ist das am weitesten aussen gelegene auf dieser Seite mit einer schönen Sonnenbeschirmung davor aus wildem Rosinenholz sowie einem interessanten Aussenbad mit Eimerdusche. Die Mahlzeiten werden im Haupthaus an einem großen Tisch zusammen eingenommen. Es waren am ersten Abend noch 11 weitere Gäste da, trotzdem war es ein sehr gemütlicher Abend. Bonifatius fungiert nicht nur als Guide, sondern stellt die Neuankömmlinge vor erklärt in seiner Sprache sowie in Englisch das Menü und sorgt für gute Unterhaltung.

Zum Abendessen gab es Hühnchen, das am Lagerfeuer in Alufolie gegart wurde. Ein Öko-Camp, wie es immer mehr werden!

Zurück vom Mars

Hallo zusammen,

wir sind zurück in der Zivilisation und am letzten Ort vor Windhoek, die Reise ist also fast vorbei.

Wir waren auf dem Mars. Oder jedenfalls an einem Ort, an dem die Bilder des Mars-Rovers auch gemacht worden sein könnten. Den haben wir allerdings nicht gefunden. Wir waren in der Namib. Bei 42 Grad.

Wir waren 3 Nächte mit betreutem Campen unterwegs. Dort gab es nichts, kein Telefon, kein Strom, nur Mücken und Landschaft. Den Bericht dazu gibts bald. Hier einfach ein beliebiges Panorama der absolut faszinierenden Landschaft.

Die technischen Daten zum Bild: 17 Einzelbilder, Freihand, ca. 110 Grad Blickwinkel, ca. 32000×5000 Pixel, Aufgenommen am 21. März gegen 15:40 Uhr Ortszeit, irgendwo hier https://www.google.de/maps/place/19%C2%B047’57.7%22S+13%C2%B041’04.6%22E/@-19.8002965,13.6800158,861m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d-19.7993667!4d13.6846

Eine lange Fahrt – Epupa – Khowarib Lodge

16. März 2017

Trotz des Regens in der Nacht war die Strecke zurück nach Opuwo nicht wesentlich anders zu fahren als auf dem Hinweg. Nur in zwei Revieren lief etwas Wasser, aber da wurde nicht einmal der Unterboden richtig nass.

Nachdem wir endlich an der einzigen Tankstelle in Opuwo tanken konnten und unser Mini-Mittagessen an einer schönen Stelle auf dem Weg nach Sesfontain verschmaust hatten, nahmen wir die 160 km zur Khorawib Lodge in Angriff.  Eine C Straße und damit eigentlich zu erwarten, dass sie gut gepflegt wird.

Nach ca. 65 km kamen uns 2 Fahrzeuge entgegen, in einem saß ein Mensch von der Road Maintenance, der uns sagte, dass die Straße vor uns nicht weiter passierbar wäre. Der Franzose im 2. Fahrzeug war noch etwas mitteilsamer und gab uns die Info weiter bzgl. der Alternativstrecke nach Khowarib. Ein Sturzbach von den Bergen hat, bevor er in den eigentlichen Bach ging, noch ca. 1km Straße mit sich gerissen (das wäre noch überwindbar gewesen), der Bach hatte noch viel Wasser, auch da hätte es noch eine Möglichkeit gegeben. Aber auf der gegenüberliegenden Seite war der Matsch so dick, dass jemand, der es am Abend vorher versuchte, stecken blieb und die Nacht im Auto verbringen musst. Keine Option für uns.

Also 65 km zurück nach Opuwo, und dann war klar, es könnte ziemlich knapp werden, vor Sonnenuntergang anzukommen. In Namibia ist es extrem gefährlich, nachts zu fahren, da es sehr viele Wildtiere gibt, die nachts dort auftauchen, auch wenn man den ganzen Tag kein Stück Fell von denen gesehen hat. Sonnenuntergang ist kurz nach 19 Uhr, es war kurz nach 16 Uhr und 190 km noch zu fahren. Auf der C43/D3700 nach Epupa haben wir kaum 50km/h geschafft.

Zunächst ließ sich die D3710 nicht lumpen, wir konnten sehr schnell fahren, mit Fotostopps war natürlich nichts mehr, denn wir waren ja recht knapp dran. Nach 80 km fiel der Straßenzustand dann rapide ab. Wir waren auf einer Hochebene (ca. 1600m ü.N.), die vor kurzem noch unter Wasser stand. Es wurde recht abenteuerlich, entgegen kam auch keiner mehr, und als wir an eine der vielen Flussdurchfahrten kamen, gab es nur noch ganz wenig Spuren und einen 1m hohen Sandwall.

Der mitgenommene Spaten wurde eingeweiht, als wir beim ersten Versuch, da hoch zu kommen, stecken blieben. Dank Buch und Internet Vorbereitung und Beobachtung aller Fahrer, die wir so hatten, konnte das Problem mit unserem Klappspaten und einem zweiten Anlauf gelöst werden.

Danach bot die D3710 noch eine Bergabfahrt im trockenen Flussbett (aber mit großen Kieselsteinen) und wir kamen mit Sonnenuntergang in der Khowarib Lodge an. Einchecken, Abendessen, Ende eines langen Tages. Das Chalet besteht aus einem grosszügigen Zelt mit einer Aussenterasse mit einem -Baum als Sonnenschutz, wirklich schön gemacht. Nach der langen Fahrt fielen wir in die Betten und der Schlaf liess nicht lange auf sich warten.

Epupa Falls, Epupa Camp, Tag 3

15. März 2017

Nach dem Frühstück sind wir mit unserem Offroad-Schweinderl die Strecke in Richtung Ruacana vorbei an der Himba-Siedlung, die wir gestern besucht haben, gefahren bis zu der Stelle, an der ein Fluss durchquert werden muss, zu der wir die Info erhalten hatten, dass sie zur Zeit evtl. nicht passierbar ist. Da wir ja einfach die Gegend erkunden wollten auf der Suche nach schönen Fotomotiven, spielte es für uns keine Rolle, wie weit wir auf der Straße nach Ruacana kommen würden.

Den Nachmittag verbrachten wir im Camp und zogen abends erneut in Richtung der Wasserfälle los. Es war schon absehbar, dass ein Gewitter kommen könnte. Nach dem Abendessen hatte man den Eindruck, dass das schlechte Wetter woanders heruntergehen würde, aber pünktlich zu Mitternacht begann es zu stürmen, das Gewitter war da einschließlich starkem Regen, so dass wir versuchten, unser Zelt sturmfest zu machen. Der Wasserstand des Flusses erhöhte sich in dieser Nacht um 20 cm, bedingt durch den Regen und die verschiedenen Gewitter, die durchzogen, war die Nacht eher mit wenig Schlafen verbunden.

Epupa Falls, Epupa Camp, Tag 2

14. März 2017

Nach einer sehr schwülen Nacht (mit einem wunderschönen Mond über dem Wasser um 6 Uhr 40) und einem sehr guten Frühstück fuhren wir mit einem Guide zu einer Himbasiedlung. Sehr malerisch gelegen an der berühmt-berüchtigten Straße D3700 nach Ruancana etwa 5km von Epupa weg. Wir waren die einzigen Gäste und bekamen einen sehr ausführlichen Rundgang durch unsern Guide. In der Hütte des Oberhaupts konnten wir zusammen mit seiner ersten Frau viele traditionelle Schmuckstücke betrachten und anfassen. Was die Mädchen und Frauen der Himbas im Laufe des Erwachsen werdens, Heiratens und ggf. Trauern um den Ehemann im wörtlichsten Sinne ertragen müssen, ist beindruckend. Fast aller Schmuck, der auf den Bildern an den Mädchen und Frauen zu sehen ist, ist aus Metall und entsprechend schwer.  Auch trugen wir die gutriechende „Paste“ auf, mit der die Himbas ihre Haut bestreichen.

Obwohl diese „Ureinwohner“ noch sehr archaisch leben, die Siedlung ist kein „Museumsdorf“, kennen sie natürlich die heutige Welt mit Spar und H&M, sowie deren Plastiktüten sowie Auto und Handy (keine Ahnung wo die Dinger geladen werden, Strom gibts offensichtlich nicht in der Siedlung).

Es wurden auch selbst gemachte (einfachere) Schmuckstücke zum Verkauf angeboten (wir wurden fündig) und nach Übergabe verschiedener Naturalien durch den Guide (Maismehl etc.) ging es mit einigen Passagieren mehr zurück nach Epupa. Es stand eine Beerdigung an, und der Clan musste dort hin, die Mitfahrgelegenheit wurde voll genutzt.

Ein eindrucksvoller Besuch in einer anderen Welt, wir durften die Himbas fotografieren, übertrieben es aber nicht.

Nachmittags fuhren wir zu einer Schlucht auf nicht in allen Landkarten verzeichneten Wegen und gingen dem Pfeifen unzähliger Rosenkopfpapageien nach, die sich dort versammelt hatten. Auf dem Weg fuhren wir an einer Himbagrabstätte vorbei, aber wir wollten keine kulturellen Fauxpas riskieren und machten keine Fotos.

Gegen 17:00 Uhr stand die Sundownertour an (die wir gestern schon machen wollten), es ging zunächst zum vorderen Teil der Wasserfälle und anschließend zum Viewpoint, der in den umtriebigen Monaten sicherlich überbevölkert ist und den wir für uns alleine hatten. Die Wasserfälle sind nur von der Namibia-Seite aus gut zu sehen. Der Kunene River ist die Grenze zu Angola, der größte Teil der Fälle liegt auf Angolanischer Seite, der höchste Fall allerdings in Namibia. Fast alles, was auf dem Panorama zu sehen ist, ist Angola, bis auf den letzten großen Wasserfall rechts im Bild. Dank des Hchwassers sind die Fälle auf jeden Fall beeindruckender, wie zu den trockenen Monaten September oder Oktober. Wie bei den Vic-Falls letztes Jahr, also Glück mit dem Wasserstand.

Zum Abendessen zurück haben wir die neuen Gäste gesehen. Man muss sich das so vorstellen, die Tische zum Essen stehen 1-3m vom Wasser weg. Nur Vogelgezwitscher und Rauschen des Flusses. Und nun spielt das Paar am Nebentisch mit seinen technischen Geräten und siehe da, aus einer Kiste kommt Musik. Die wurde zwar sehr leise gehört und auch weg von den anderen Tischen gestrahlt. Aber bei 3 belegten Tischen ist das natürlich schön, dass man sich mitten im Nirgendwo nicht mit der Natur beschäftigen muss.

Auf der Liste der gesehenen, aber nicht fotografierten Tiere, gibt es ein paar Neueinträge: kleine Schlange im Baum über dem Zelt (sah zuerst aus wie so eine Mopane Raupe), Mauersegler beim Sundowner, unzählige Nachtfalter, die sich an die Makalani Früchte machen, sobald es dämmrig wird, Baby Krokodil (30cm), junger Bateleur.

Epupa Falls, Epupa Camp, Tag 1

13. März 2017

Die Fahrt von Opuwo nach Epupa besteht aus 180km Gravel Road mit unzähligen Dips (Wasserdurchläufen, Riviere), die sich bei Regen schnell mit Wasser füllen und unpassierbar werden können, in trockenem, zum Teil ausgewaschenen, Zustand ist das Durchfahren so rumpelig, dass dies nur sehr langsam von statten geht. Die grüne hügelige Landschaft ist sehr abwechslungsreich, große Rinder- und Ziegenherden stehen an und auf der Straße. Ein kleiner Regenschauer vermittelte recht gut, wie die Befahrbarkeit der Straße sich von jetzt auf nachher auf unbefahrbar ändern kann. Aber die Sonne schien bald wieder, somit hatten die völlig desolaten Wischblätter unseres „Offroadschweinderls“, wie wir den Fortuner nur noch nennen, nur vorübergehend Schwierigkeiten mit der Wassermenge.

Angekommen nach gut 4,5 h Durchschütteln bezogen wir unser Zelt (wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag) und verbrachten den Nachmittag mit Ausruhen in schwülen 32 Grad. Unser Zelt steht in der vorderen Reihe direkt am Wasser, etwa 1m vom Wasser entfernt, die Geräuschkulisse ist sehr beeindruckend. Earplugs in der Nacht können nicht schaden, das Gefühl, dass das Wasser gleich ins Zelt laufen könnte, ist schon da. Eine Hängebrücke auf eine Flussinsel ist aufgrund des hohen Wasserstands hochgezogen, so dass man die kleine Insel nicht betreten kann, für die Affen ist das natürlich kein Hindernis. Wir wurden vor den Affen gewarnt, die gerne durchs Camp streifen – und auch gerne auf das Oberzelt springen und ausgiebig turnen – an diesem Tag hatten sie aber nicht mitbekommen, dass das Camp neue Bewohner hatte.

Unser Wunsch, eine Sundownerfahrt am späten Nachmittag zu machen, kam nicht an, die Campangestellten waren an diesem Tag irgendwie im Dornröschenschlaf (das Camp ist zwar ganzjährig geöffnet, aber die Saison beginnt hier erst im Mai). Wir machten uns dann zu Fuß zum 1km entferneten Hauptwasserfall auf und konnten dort die schöne Aussicht genießen.

Das Abendessen war vorzüglich, gegen 21:00 Uhr wurde aber das Licht im gesamten Camp gelöscht, was wir etwas seltsam fanden. Dem französischen Paar, das auf dem Campingplatz untergekommen war, ging es ähnlich. Am darauffolgenden Tag wurde aber die ganze Organisation erheblich besser (Dornröschenschlaf beendet).