Epupa Falls, Epupa Camp, Tag 1

13. März 2017

Die Fahrt von Opuwo nach Epupa besteht aus 180km Gravel Road mit unzähligen Dips (Wasserdurchläufen, Riviere), die sich bei Regen schnell mit Wasser füllen und unpassierbar werden können, in trockenem, zum Teil ausgewaschenen, Zustand ist das Durchfahren so rumpelig, dass dies nur sehr langsam von statten geht. Die grüne hügelige Landschaft ist sehr abwechslungsreich, große Rinder- und Ziegenherden stehen an und auf der Straße. Ein kleiner Regenschauer vermittelte recht gut, wie die Befahrbarkeit der Straße sich von jetzt auf nachher auf unbefahrbar ändern kann. Aber die Sonne schien bald wieder, somit hatten die völlig desolaten Wischblätter unseres „Offroadschweinderls“, wie wir den Fortuner nur noch nennen, nur vorübergehend Schwierigkeiten mit der Wassermenge.

Angekommen nach gut 4,5 h Durchschütteln bezogen wir unser Zelt (wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag) und verbrachten den Nachmittag mit Ausruhen in schwülen 32 Grad. Unser Zelt steht in der vorderen Reihe direkt am Wasser, etwa 1m vom Wasser entfernt, die Geräuschkulisse ist sehr beeindruckend. Earplugs in der Nacht können nicht schaden, das Gefühl, dass das Wasser gleich ins Zelt laufen könnte, ist schon da. Eine Hängebrücke auf eine Flussinsel ist aufgrund des hohen Wasserstands hochgezogen, so dass man die kleine Insel nicht betreten kann, für die Affen ist das natürlich kein Hindernis. Wir wurden vor den Affen gewarnt, die gerne durchs Camp streifen – und auch gerne auf das Oberzelt springen und ausgiebig turnen – an diesem Tag hatten sie aber nicht mitbekommen, dass das Camp neue Bewohner hatte.

Unser Wunsch, eine Sundownerfahrt am späten Nachmittag zu machen, kam nicht an, die Campangestellten waren an diesem Tag irgendwie im Dornröschenschlaf (das Camp ist zwar ganzjährig geöffnet, aber die Saison beginnt hier erst im Mai). Wir machten uns dann zu Fuß zum 1km entferneten Hauptwasserfall auf und konnten dort die schöne Aussicht genießen.

Das Abendessen war vorzüglich, gegen 21:00 Uhr wurde aber das Licht im gesamten Camp gelöscht, was wir etwas seltsam fanden. Dem französischen Paar, das auf dem Campingplatz untergekommen war, ging es ähnlich. Am darauffolgenden Tag wurde aber die ganze Organisation erheblich besser (Dornröschenschlaf beendet).   

Fahrt nach Opuwo

12.03.17 

Der heutige Tag war ein reiner Fahrtag auf dem Weg zu den Epupa Falls an der Grenze zu Angola.

Im ersten Teil der Fahrt waren noch viele überschwemmte Flächen zu sehen, nähert man sich Opuwo, wird die Landschaft sehr abwechslungsreich und hügelig. Der Ort selber ist nicht besonders attraktiv, es gibt wenig Unterkünfte, aber für 1 Nacht ist unser Guesthouse i.O. (das erste Mal, dass die Begrüßung sehr reserviert ausfiel, Erinnerungen an das Dolomite Camp im Etosha kommen hier hoch).

Wir sind noch kurz in das kulturelle Zentrum gefahren und haben Fotos ausserhalb des Ortes gemacht, den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Pool (ohne Plantschen) und haben den Reiseblog ergänzt.

Wir sind jetzt im Himbaland angekommen und bewundern die Haartrachten und bunten Kleider der Frauen. Bemerkenswert ist, dass sich hier mindestens drei Ethnien treffen. Als auffälligste die Himba, eine weitere Gruppe mit auffälligen Kleidern, eine andrere mit auffällig wenig Kleidern und eine vierte mit westlicher Kleidung.

PS: Die Internetverbindung ist sehr holprig, ev. gibt es keine neuen Bilder, da das Hochladen jetzt schon zum dritten Mal abgebrochen ist……

Ongula Village Homestead

11.03.17

In der Nacht war es ziemlich belebt, eine (zumindest glauben wir, dass es sich um eine und nicht mehrere handelt) Fledermaus flog fleißig ins Zelt und wieder hinaus und jagte in dem Spalt zwischen Bett und Wand ihre Insekten. Weiterhin unterhielten sich 2 Eulen mehr oder weniger die ganze Nacht hindurch, was so klingt wie ein Grunzen eines Schweins und noch ziemlich laut dazu.

Am Abend zuvor war noch ein jüngeres Pärchen ins Tree Top Camp gekommen, so dass wir zusammen frühstückten, bevor wir alle aufbrachen. Ausschecken erfolgte im nahegelegenen Tented Camp, wo wie die beiden Britinnen wieder trafen, die wir vom Tree Top Camp kannten. Wir verabschiedeten uns mit „See you at the lion“ (die beiden hatten wie wir kein Glück, einen Löwen zu sichten).

Die Fahrt nach Ongula verlief bis auf die letzten Kilometer ziemlich ereignislos, dann kam der Abzweig zum Homestead und lustig wurde es, denn der Weg glich einer Wiese, die teilweise unter Wasser stand. Das Navi wollte, dass wir durch 20 cm Wasser auf einer durchweichten Sandwiese fahren. Es kannte auch nicht die neugebaute Straße, aber nach vielem Umkreisen von Wasserflächen und Zäunen kamen wir dann an und wurden sehr herzlich begrüßt.

Nachmittags ging wie schon gesagt ein starker Regen herunter, bis die Tour ins Homestead anfing, hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir zogen mit Betty los, die uns viel über das Getreide (Mahangu, eine Hirseart, die auf den Feldern auf den ersten Blick wie Mais ausieht), das hier angebaut wird sowie über Bäume, Sträucher und die Verwendung aller möglicher Naturalien erzählte, bevor wir im Dorf ankamen und dort unseren Rundgang machten und durch einige „Läden“ kamen; bei der Töpferei, deren unteres Stockwerk vergangene Woche leider bedingt durch einen Wassereinbruch eingestürzt ist und bei den Korbmacherinnen sowie 2 Frauen, die das Korn feinstampften und ein Marula-Öl herstellten, kamen wir auch vorbei und hörten viel Wissenswertes über die Ovambo-Leute, die es nicht leicht haben, ihre Traditionen heutzutage noch fortzuführen. Das Konzept, hier sehr angenehm in einer der 4 Rundhütten zu übernachten und über die Aktivitäten über die Ovambos einiges erfahren zu können, ist sehr einzigartig in Namibia. Die Personen, die dort arbeiten, sind mit Leib und Seele dabei. Abends gab es ein traditionelles Essen, das sehr interessant war, aber nicht in allen Gängen unserem europäischen Geschmack entsprach (schon mal eine frittierte Raupe gegessen ?).

Onguma/Etosha Tag 2

10.03.17

Frühstück gab es gemütlich um 8:00 Uhr, nur wir beide, dann ging es auf eigene Faust in den Park, gestern waren wir rund um Namutoni unterwegs gewesen, heute fuhren wir Richtung Halali. Wir konnten ein Rhino ziemlich lange beobachten, wie es über die Ebene zog, schließlich die Straße querte und letztendlich im Gebüsch verschwand. Von allen Urlaubstagen ist dies der bisher sonnigste, bis 30° C warm, also beste Fotos garantiert. Die Pans sind mit viel Wasser gefüllt, ein Anblick, den wir so nicht kannten. Ein Guide hielt uns an und fragte, ob und welche Tiere wir gesehen hätten, es ist auch für die nicht einfach, die Tiere auszumachen. Wir entdeckten weitere Blue Cranes, 2 Sekretärvögel und größere Herden Gnu, Zebras, Springböcke und Impalas. Kudus und Elefanten waren wieder nicht zu sehen. Zumindest das eine oder andere Oryx zeigte sich, hier hatten wir doch viel viel mehr in Okonjima sehen können.

Nachmittags zog sich ein heftiges Unwetter zusammen, wir hatten aber Glück, da wir nur relativ wenig Regen abbekamen. In Onguma sind die Straßen wieder zu Wasserflächen gefüllt worden. Überhaupt ist es ziemlich spannend, mit dem Fahrzeug durch die riesigen Wasserlachen zu fahren, weil man nicht weiß, wie tief diese sind. Auf den trockenen Straßen umfährt man möglichst die tiefen Löcher, mit Wasser kommt es zuweilen anders. Bisher haben wir hier Glück gehabt, aber das Fahrzeug könnte noch Überraschungen bieten, es klappert am Unterboden recht gewaltig, was bei fast 50000 km und den Straßen einschl. des guten Werkstattservice nicht verwunderlich ist. 

Onguma/Etosha Tag 1

09.März 2017

Um 5:30 Uhr war Aufstehen angesagt, 6:00 Uhr Frühstück und 6:30 Uhr Abfahrt mit Armstrong in den Etosha Park. Da es zu dieser Zeit überall genügend Wasser gibt, sind die Tiere nicht auf die Wasserlöcher angewiesen, somit zeigen sich nicht so viele wie in der Dürrezeit. Trotzdem bekamen wir mehrere Rhinos von Weitem zu sehen, davon eines ziemlich gut, Blue Cranes und jede Menge Antilopen. Kudus und Elefanten machen sich völlig rar.

Gegen Mittag wieder zurück, gab es ein extraordinäres Mittagessen für uns beide alleine. Neue Gäste kamen an diesem Tag nicht an.

Nachmittags ging es dann auf eigene Faust wiederum in den Park, das Wetter wurde sichtlich besser, morgens war es schon sehr trüb gewesen. Abends wurde dann auch das Feuer angezündet, allerdings zog sich ein Gewitter zusammen, so dass es zunächst danach aussah, dass die Nacht sehr unruhig verlaufen würde, war aber nicht der Fall, das Gewitter zog weg und wir schliefen tief und fest.

 

PS: Ich glaube die Kommentarfunktion hat sich wieder eingekriegt. Bitte testet es. Kommt eine Fehlermeldung, dann bitte per e-Mail das Melden. Vielen Dank!

Ankunft auf Onguma – Das Tree Top Camp

08. März 2017

Beim Aufstehen hat es schon sehr geregnet, vor dem Frühstück kamen schon 2 Steinböckchen am Bungalow vorbei. Gegen 8 Uhr 30 fuhren wir los und konnten endlich Fotos machen von einem Shaft-tailed Whydah, der wunderschöne lange Schwanzfedern hat.

Gegen 14 Uhr kamen wir in Onguma an, hier hat es ziemlich geregnet, es ist recht trübe. Onguma ist ein privates Reservat, das direkt im Osten an Etosha anschließt. Getrennt vom Nationalpark ist es durch den Veterinärzaun. Dieser trennt Nord von Süd-Namibia, so dass Tierseuchen (der Nutztiere) sich nicht auf das ganze Land ausbreiten können. Für die meisten größeren Tiere ist der Zaun undurchdringbar.

Das Tree Top Camp besteht aus 4 Hütten und einem Haupthaus, ist also ziemlich übersichtlich und anheimelig.

Um 17:00 Uhr fuhren wir mit Armstrong, unserem Guide, zum Sundowner und haben unterwegs recht viele Tiere gesehen. Die Wege im Reservat sind extrem schlammig, selbst fahren ist also abseits der Zufahrt nicht möglich. Wir haben einen Cheetah auf der anderen Seite des Zauns (schon Etosha) ausfindig gemacht, der sich im hohen Gras hingelegt hatte. Insgesamt standen 3 Fahrzeuge am Schluss da, wir waren allerdings die einzigen, die den Cheetah mehrmals aufstehen sahen. Ein anderes Fahrzeug blieb beim Wegfahren stecken, es war aber problemlos möglich, dass Armstrong mit unserem Fahrzeug das andere herauszog. Das Abendessen (sterneverdächtig) verbrachten wir mit 4 weiteren Gästen.

 

Okonjima – AfriCat, Tag 2

07. März 2017

Um 5 h 30 gab es den Wake up Call, nach einem Mini-Frühstück dann Abfahrt zum Cheetah Tracking. Die drei Cheetahs sind verwaiste Brüder, wurden in Okonjima zunächst in Gefangenschaft gehalten und dann im umzäunten Reservat freigelassen, sie sind immer zusammen. Nach längerer Fahrt und einem Spaziergang durch dichten Busch wurde unser Guide Jason auch fündig. Die 3 lagen schön in der Sonne und entspannt beieinander. Jason wollte wissen, ob sie soweit in Ordnung sind. Er näherte sich unterhalb der Fluchtdistanz und die 3 bewegten sich dann relativ ruhig von uns weg. Auf der Fahrt haben wir insgesamt viele Tiere wie Zebras, Oryx, Kudus, Impalas und Giraffen gesehen.

Nach dem Frühstück hatten wir uns für die Foundation Tour entschieden und fuhren mit Jason zunächst in ein Gehege (ca. 8 ha), in dem 3 männliche und 2 weibliche Cheetah untergebracht sind. Das Gras ist so hoch, dass die Versteckmöglichkeiten ins Unendliche gehen, die 3 männlichen Wesen haben wir aber gefunden, sie lagen ganz träge unter einem Baum und ließen sich gar nicht stören. Weiter ging es zu einer Leopardin, die gerade gefüttert wurde. Die Africat Tierklinik kam als nächstes dran, hier werden die Leoparden, Cheetahs und Wild Dogs 1x im Jahr hergebracht und untersucht.

Der Nachmittag verlief sehr unspektakulär faul (schließlich mussten die Bush Beds ausprobiert werden), abends schloss sich ein leckeres Diner an; trotz Wolken waren doch viele Sterne zu sehen. Als Nachtisch beim Dinner gab es Tiramisu, da Andreas sagte er möge keinen Käse hat er eine Birne mit Schokosoße bekommen, sage noch einer, in Namibia würden Allergienen und Abneigungen beim Essen nicht ernst genommen ….

Okonjima – AfriCat, Tag 1

Nach einem guten Frühstück auf der Terrasse haben wir gegen 9 Uhr Palmquell verlassen und sind nach einigen kleinen Stopps einschließlich kurzem Einkauf nach Okonjima gefahren.

Gebucht war ein Raum im Plains Camp, das wir von unserem ersten Aufenthalt kannten, aber am Tor wurde uns gesagt, dass wir zum Bush Camp fahren sollten, was wir nicht gemacht haben, wir hatten ja schließlich das andere Camp gebucht. Es stellte sich aber heraus, dass wir ein Upgrade bekommen hatten, also Kehrtwende ins richtige Camp.

Die Unterkunft ist ein Traum, neben dem Bungalow gibt es ein weiteres Häuschen, offen mit obergemütlichen Sofas, Blick ins Grüne, Kühlschrank, Decken, Kissen, alles für Kaffee und Tee, Cookies, Ventilator, um das Wesentliche zu beschreiben, nicht zu vergessen das kleine Wasserloch. Trotz allem Luxus haben wir die Leoparden-Trackingtour am Nachmittag mitgemacht, pünktlich um 16:00 Uhr begann es zu regnen. Einige Wege im Reservat sind nicht befahrbar und einige Wasserdurchfahrten waren mit viel Schlamm aufwirbeln verbunden, der auch die Insassen traf. Wir haben nach einem Leoparden gesucht und ihn nach langer Zeit auch gefunden. Er hat ein wenig posiert, und hat sich dann wieder ins Gebüsch verzogen.

Den Sundowner gab es an einem kleinen See, die Geräuschkulisse der Frösche war beeindruckend.

Nach dem sehr leckeren Abendessen ging es mit einem anderen Guide zu einem Hideout, hier wurden leftovers des Fruchtsalates verteilt und nach wenigen Minuten tauchten auch schon 3 Stachelschweine auf, eins schaffte es aber nicht, über die Wasserfläche zu kommen und ging leer aus, die beiden anderen schmatzten genüßlich vor sich hin. Stachelschweine haben nichts mit Schweinen zu tun, es sind die größten Nagetiere Afrikas.

Wir sind dann kurz vor 11 im Chalet abgeliefert worden. Die Geräuschkulisse ist auch nachts sehr beeindruckend, schliesslich gibt es auch Zeltwandstücke in der Wand.

Die Bider dazu sind hier: http://reiseblog.die-gaydes.de/2017-teil-1/

P.S.: Die Kommentarfunktion wurde durch ein Sicherheitsupdate deaktiviert, und mit der wackeligen Internetverbindung kann das nicht repariert werden.

Palmquell Lodge, Windhoek

Der Flug von Johannesburg nach Winhoek war ziemlich ereignislos. Es wurde eine Flugzeit von 1h 40 min. und eine erwartete Landung gegen 16:12 Uhr angesagt. So gegen 15:45 Uhr sprach der Pilot von Gewittern rund um den Flughafen in Windhoek und dass er sich jetzt beeilen würde, damit wir früher ankommen, so gegen 16:15 Uhr. Es lag vielleicht auch an unserem Englisch, dass wir den Gag darin nicht ganz verstanden haben 😉

Der Rest war Routine. Einreiseformular gabs im Flugzeug nicht, also schnell ausfüllen, in die Schlange stellen, Stempel in den Pass, Gepäck abholen. Und hier stand ein kleiner älterer Mann ganz aufgeregt, er habe unser Gepäck ganz schlau an den Anhängern erkannt und schon auf einen Wagen gelegt, er nehme alle Währungen 🙂 Netter Service…

Der Geldautomat der Bank Windhoek hat mit der comdirect Visa diesmal Geld ausgespuckt, man muss nur Quick Cash und Cheque auswählen, dann geht’s mit der Visa…..

Was völlig anders ist, wo es aber noch kein Bild davon gibt, ist das grüne Gras. Das Gras, das wir als Sonnengelb getrocknet oder schon abgefressen kennen ist jetzt saftig grün. Als kleiner Minuspunkt kommt dafür eine schwüle Wärme auf.

De Unterkunft war dank Navi sehr leicht zu finden. Sie ist wirklich ganz nett mit vielen Vögeln oben in den Palmen und etwas Verkehrslärm. Das Essen war gut und reichlich, nach den üblichen Sundownergetränken (Rock Shandy und Gin Tonic) ging es recht müde früh ins Bett.

Namibia ist Deutschland gerade eine Stunde voraus.

Shinde, 28.-30.05.2016

Für uns stand ein Auto mit Fahrer da. Er nahm das Gepäck, wartete, bis der Flieger wieder weg war und erklärte uns dann, dass wir nicht gleich ins Camp fahren, sondern gleich auf einen Game Drive, da es ja erst 9:25 Uhr war.

Collen, so sein Name, fragte, ob wir schon alle Katzen gesehen haben. Wir verneinten und gaben an, dass uns Leopart und Gepard noch fehlen. Darauf er ganz trocken, Leopard könne er uns anbieten, da der Kollege gerade bei einem stehe, und es nur ein paar Minten dauern würde, bis wir da sind. Wir also hin, Leopardendame liegt auf einem Baum. Bilder gemacht. Leo steigt ab, wir hinterher. Über Stock und Stein querfeldein. Shinde ist ein privates Schutzgebiet, es dürfen nur Angestellte dort fahren und die dürfen überall hin. Es gibt zwar Fahrspuren, die auch genutzt werden, aber nur, bis etwas interessantes endeckt wird.

Wir waren also noch nichtmal richtig angekommen und schon mehr als zufrieden.

Aber ein Fünf-Sterne Öko-Tourismus Ressort hat natürlich noch mehr zu bieten. Da sind nachfüllbare Wasserflaschen, immer und überall frisch und kalt. Nach etwa zwei Stunden sind wir pünktlich zum Lunch im Camp angekommen. Es standen alle Angestellten da haben uns mit Gesang herzlich willkommen geheissen und es wurden kräftig Hände geschüttelt und Namen ausgetauscht.

Nach dem Lunch auf der grossartigen Terasse mit noch grossartigerem Ausblick haben wir das Zelt mit dem Namen Enclave 2 bezogen – wenn die Bilder gut sind, gibt es bald ein Kugelpanorama des Raumes – und sind um 3 Uhr zum High Tea. Danach ging es mit Collen zur Bootstour, nur wir drei also. Die Wasserwege sind teilweise sehr schmal, so dass man zwischen dem Papyrus kaum erkennen kann, wo es weitergehen soll. Die Vogeldichte ist deutlich geringer als weiter oben am Flusslauf, aber dafür ist man hier wirklich fernab der Zivilisation. Zu sehen gab es Hippos, ein kleines Krokodil und viele schöne Kanäle, die von Hippos und Elefanten freigetrampelt werden. Jede Bootsfahrt ist anders, aber keine einzige so, dass man entäuscht sein könnte. Immer lernt man etwas neues kennen, oder erfährt mehr über bekanntes. Und vor allem, es gibt keine Schlaglöcher.

Nach dem Sundowner ging es zurück zum Camp. Es war noch etwas Zeit bis zum Dinner, man bekommt Tee, Kaffee oder sonstige Getränke angeboten (hier ist All Inclusive, man möge sich wie daheim einfach bedienen, wenn nicht grad jemand kommt und es einem abnimmt, egal ob vom Management, ein Guide oder sonstwer). Der Luxus hier geht wirklich bis zum Unglaublichen. Nach dem Dinner ist das Zimmer in den Nachtmodus versetzt: Tagesdecke weg, Moskitonetz aufgebaut, Wärmflasche im Bett, Sherry mit Gläsern auf dem Tisch, und die weissen Einwegschlappen stehen zum Einsteigen bereit.

Wir haben aber noch eine kleine Nachtsafari gebucht (ging 1 1/2h). Glück hatten wir auch diesmal, wir sind wieder auf die Leopardin getroffen, die wir bereits morgens gesehen hatten, daneben haben sich 2 Hippos, mehrere Elefanten und eine Servalkatze gezeigt. Der Rückweg zum Zelt geht nur mit Begleitung, da der Elektrozaun des Camps nur Elefanten fernhält. Alle anderen neugierigen Bewohner der Gegend haben Zutritt.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Wake up Call um 6 Uhr – dabei wird einem ein Tablett mit Tee serviert – um 6 Uhr 30 zum Frühstück, um 7 Uhr fuhren wir mit 2 Guides los – einschl. Wärmflasche und Decke – und sind nach etwa 30 Minuten Fahrt zu einem Spaziergang im Busch aufgebrochen. Für uns gab es Stulpen, für den Guide vorn ein scharfes Gewehr, eine Anweisung, schön im Gänsemarsch zu bleiben, und das Gewehr sei nur zum Krach machen, wenn es mal ungemütlich werde. So ging es los, ein Guide vorn, dann wir zwei und ein Guide hinten. Die Welt sieht anders aus als vom Auto aus.

Nach 2 h waren wir zurück und fuhren noch recht lange durch die Gegend, bis wir wiederum die Leopardin entdeckten und ihr lange folgten und viele noch schönere Bilder von ihr machen konnten. Bis sie irgendwann im hohen Gras verschwunden und nirgends mehr zu entdecken war.

Nach dem Lunch sind wir mit dem Guide, der heute morgen mitlief, zu einer Mokoro-Tour aufgebrochen. Mokoro sind eigentlich Einbaum Boote, werden aber inzwischen auch aus Fiberglas hergestellt. Der Fahrer steht wie ein Gondolere in Venedig hinten und steuert und bewegt das Boot mit einem ca. 4m langen Stab.

Es gab winzige Frösche, kleine fleischfressende Pflanzen, kleine Seerosen, Schneeflocken- und andere Blumen und vor allem kaum einen Laut vom Boot und dadurch wie beim Laufen ein völlig neues Erleben der Wasserwelt.

Da wir wirklich zu kurz hier sind, geht es nach dem Hightea gleich zur nächsten Pirschfahrt. Jetzt hat die Sichtungsfee keine große Lust mehr. Wir sehen zwar viele Tiere, aber weder Katzen, noch Hyänen oder einfach seltene Arten. Nur die Standardbesetzung: Impala, Zebra, Tsetsebe, Paviane, Warzenschweine, ein paar Lechwee, Elefanten, Hippo, Fischadler. Als die Sonne kurz vorm untergehen ist, fahren dann alle Autos zu einer Stelle und es gibt einen gemeinsamen Sundowner, mit viel Gintonic. Danach schnell zurück, damit man rechtzeitig zum Dinner da ist. Das ist heute mit Gesang und Polonaise, da zwei Damen eines Reiseunternehmen zu Besuch waren. Man legt sich besonders ins Zeug.

Jetzt schnell ins Zelt, wir müssen ja packen, denn der Rückflug ist zwar erst für 10:55 Uhr angesetzt, aber bis dahin kann man ja einen Gamedrive machen, ist doch schließlich alles dicht beisammen.

Das Morgenprogramm (Wecken, Frühstück, Gamedrive) ist also wie am Vortag, nur mit der kleinen Verzögerung: Bezahlen. Nur die Mitbringsel und das Trinkgeld, alles andere haben wir schon vorher bezahlt.

Wir fahren mit unserem Führer und drei weiteren Frauen los, das Gepäck, das wir im Zimmer stehen lassen haben, kommt dann später mit dem Auto, das uns zur Landebahn bringt. Hier muss man wirklich kaum was selbst organisieren 🙂

In der Nacht war Löwengebrüll zu hören, diesen Löwen haben dann alle gesucht. Und gefunden. So haben wir zum Abschluss noch einen stattlichen, schlafeneden, Mähnenlöwen gesehen. Er hat ein wenig posiert, so dass auch ordentliche Bilder rauskommen sollten.

Kurz nach halb Elf hat uns dann der Abholer aufgegabelt, nicht ohne dass es noch einen Tee an einer sehr belebten Wasserstelle gab, dann ging es zur Landebahn.

Dasselbe Flugzeug, mit demselben Piloten holt uns wieder ab. Nur dass es nicht direkt nach Maun geht, sondern noch ein zweites Camp angeflogen wurde, wo dann noch 6 Leute in den 7-Sitzer eingeladen wurden. Ging natürlich nur, weil der Copilot diesmal gefehlt hat, und so dieser Sitz einem Fluggast zugewiesen wurde.

Damit ist Shinde zu Ende. Leider. Das Camp ist ein Traum, die Landschaft durch den Kontrast Wasser – Grassavanne umwerfend. Die Gastfreundschaft, der Service, selten so gut gewesen. In der Kombination einfach sensationell.

Online gestellt aus dem ICE, der uns nach Stuttgart bringt.