Schottland 2010

Übersicht

Wir haben diese Reise als Selbstfahrerreise bei Umfulana gebucht. Sie hieß „Großbritanniens nordische Wildnis: Die Shetland Inseln„. Umfulana hat für uns das Mietauto, die Fähren  und die Unterkünfte gebucht. Hier der Reiseablauf:

Reiseroute (Übersicht)

1. Teil
Mittwoch, 28. Juli bis Freitag, 30. Juli

Ankunft Edinburgh bis Aberdeen

Mit dem Flugzeug sind wir bis Edinburgh geflogen. Die Mietwagen Annahme am Airport Edinburgh gestaltet sich zäh aufgrund des wenigen Personals. Das angeblich beschädigungsfreie Auto war ringsum verbeult und verkratzt, was wir uns entsprechend vermerken ließen. Kategorie C ist im Ausland leider deutlich schlechter als in Deutschland. Das Fahren auf der linken Seite will geübt sein, prompt haben wir am ersten Urlaubstag den Spiegel eines parkenden Autos gestreift und dabei auch den Außenspiegel unseres Mietwagens ruiniert. Nach dem Fahrzeugtausch, auch ein wenig kompliziert dank Avis, Fahrt bis zum ersten B & B. Die Unterkunft bei Rose im Newtonmill House ist einzigartig. Dinner bzw. Supper darf man nicht verpassen. Der zum Haus gehörende walled garden ist ein Traum. Rose pflanzt dort Kartoffeln und Gemüse an, das sie ihren Gästen kredenzt. Das Wetter war leider regnerisch und kühl, so dass der Aufenthalt im Freien freiwillig verkürzt wurde.

Nach dem Regen bei Forfar

2. Teil
Shetland Samstag, 31. Juli bis Montag, 2. August

Aberdeen bis Kirkwall

Kleine Panne bei Umfulana, die Fährgesellschaft hatte 2 Stunden vor Abfahrt noch kein Geld für die Tickets erhalten. Nach kurzem Erschrecken wurde dies aber schnell und unkompliziert durch Umfulana gelöst. Die Überfahrt war reichlich schaukelig, das Schiff hat geknarrt, als ob es zerbrechen wollte. Aber das Essen im Bordrestaurant (unbedingt reservieren) war sehr gut. Die Unterkunft in Lerwick, das Glen Orchy House, war deutlich einfacher als bei Rose, jedoch war alles sauber und der Lärm aus der Küche (direkt unter dem Zimmer) war um 21:30 Uhr vorbei, so dass man doch ruhig schlafen konnte. Wir haben eine Bootsfahrt um Noss gebucht. Es war super beeindruckend, zwischen ca. 25000 Basstölpeln (engl. Gannets) im Boot zu sitzen. Sehr empfehlenswert. Allerdings sieht man mehr verschiedene Vögel, wenn man früher im Jahr (Juni/Juli) auf Shetland ist. Auch sonst ist die Inselwelt beeindruckend und 2,5 Tage sind viel zu wenig, um vom Jarlshof über Eshaness bis zu Hermaness alles zu sehen. Der Umfulana-Tipp mit dem Braewick Cafe lohnt sich wirklich.

Gannet-Basstölpel, Ilse of Noss – Shetland

3. Teil
Orkney Montag, 2. August bis Donnerstag, 5. August

Kirkwall bis Stromness

Die Überfahrt von Shetland nach Orkney war sehr ruhig. Angekommen sind wir am späten Abend und bis wir die Unterkunft erreicht hatten, war es stockfinster. Ohne Navi hätten wir die Abzweigungen zum Woodwick House im Dunkeln nie gefunden. Man kann sagen, ohne Navi wären 70% der Unterkünfte kaum zu finden gewesen. Von daher ist es eindeutig keine Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit, ein Navi dabei zu haben. Leider war der neue Besitzer des Woodwick House nicht über die mitternächtliche Ankunft informiert und das Ankommen fiel nicht so herzlich wie in anderen Unterkünften aus. Das Haus selbst ist eine Art Märchenschloss, das noch aus dem Dornröschenschlaf geschüttelt werden muss. Traumhafte Lage, ruhig mit einem traumhaften Garten (wenn er erstmal richtig gepflegt wird) sowie einer Bucht im Anschluss an den Garten mit vielen Vögeln. Leider war auch dieser neue Besitzer nicht in der Lage, das Haus richtig zu betreiben und nun (2014) ist es kein B&B mehr…. Auch auf Orkney kann man Vögel beobachten und historische Stätten aufsuchen. Wer aber den Jarlshof auf Shetland gesehen hat, der braucht Skara Brae nicht mehr besichtigen (überteuert, überlaufen, historisch wertvoll aber winzig, hat aber ein nettes Cafe mit leckeren Gerichten). Den Ring of Brodgar sollte man morgens aufsuchen, da das Licht dann viel magischer und man so gut wie allein ist. Auch auf Orkney gibt es viele Seevögel, herrliche Klippen, viel Ruhe und die nördlichste Destillerie (Highland Park).

Ring of Brodgar, Orkney

 

4. Teil
Nordwest Shottland Donnerstag, 5. August bis Samstag, 7. August

Scrabster bis Durness

Die Fähre von Stromness nach Scrabster und die Fahrt an der Nordküste waren bei erstaunlich gutem Wetter ohne absolute Höhepunkte, aber man merkt sofort, dass man die Inselwelten hinter sich hat. Das „Geisterdorf“ aus der Reisebeschreibung ist über eine relativ große Fläche verteilt und da es in diesem Bereich mal wieder geregnet hat, sind wir nach einem Tee weitergefahren, ohne die Geister zu suchen. In Durness angekommen, haben wir zwar das kleinste Zimmer im Mackay’s Rooms & Restaurant bekommen, aber auch dieses Zimmer war ruhig und sauber. Das Essen im Restaurant ist nicht billig, aber fantastisch, auch das Frühstück ist eine Klasse für sich. Nach den Inseln mit unglaublich vielen Vögeln ist der Ausflug zu Cape Wrath (geht außerhalb der Saison Juli / August auch nur an Tagen ohne Tiefflugübungen) relativ überflüssig, auch wenn der Tourführer mit seiner sehr trockenen Art alles Sehenswerte kurzweilig erzählt und das Übersetzen in dem kleinen Fischerboot durchaus seinen Charme hatte.
Die Klippen, die man zu Fuss aus Durness erreicht, sind einen Spaziergang wert und auf dem Weg vom Smoo Cave zum Meer kann man kleine Orchideen sehen. Durness ist allerdings die letzte ruhige Ecke, bevor man auf dem Rückweg wieder ins touristische Schottland kommt.

Cape Wrath
Cape Wrath

5. Teil
Westschottland Samstag, 7. August bis Mittwoch, 11. August

Durness bis Fort William

Landschaftlich kann man die Gegend nicht genug loben, es gibt immer wieder neues Schönes. In Ullapool waren wir mitten in der Stadt im Westlea Guest House untergebracht. Trotzdem waren die Möwen das Lauteste und es gab Flatbild-TV in HD. Ullapool ist eine touristische Stadt, was man merkt, dafür gibt es aber auch jede Menge Restaurants. Wir sind einen Tag nach Inverewe Garden gefahren. Eine tolle Fahrt an der Küste und ein beeindruckender Garten. Da dort hunderte verschiedene Rhododendren gepflanzt wurden, muss dieser Ort zur Blütenzeit einfach genial sein.
Leider ist am Abend eine Brille kaputt gegangen und die Ersatzbrille lag in Deutschland. Deshalb hat der nächste Tag mit einem Umweg über Inverness nicht viel Außergewöhnliches gebracht.
Die Unterkunft in Ft. William (Crolinnhe) war wieder traumhaft. Eine kleine Suite mit Messingbett und goldenen Wasserhähnen. In Ft. William selbst bekommt man abends praktisch keinen Platz zum Essen (völlig überfüllt) und wir sind nach über 1 Stunde Warten in einem Pub untergekommen. Das Essen war gut, die Bedienung sehr nett, aber die Lehre war, für den nächsten Abend direkt zu reservieren, und wir können das Fischrestaurant (Crannog Seafood Restaurant) am Loch Linnhe nur empfehlen!
Wir haben uns für eine Autofahrt nach Mallaig (und nicht die Zugfahrt) entschieden und auch hier ist Schottland außergewöhnlich schön. Es gibt ein Teelokal mit Gartenterasse, und da die Regenpause lange genug war, konnten wir dort gemütlich rasten.

Auban

6. Teil
Abschluss Mittwoch, 11. August bis Freitag, 13. August

Edinburg

Von Fort William ging es über das Loch Lomond und Stirling nach Edinburgh. Hier traf uns heftigstes Gewitter unmittelbar nach Abgabe des Autos, so dass wir vor dem Regen in ein Pub flüchteten und dort warm und gut für wenig Geld gegessen haben. Wohnen in der New Town ist wirklich interessant, da wir uns nie hätten träumen lassen, dass eine UG-Wohnung so hell sein kann.
Über Edinburgh könnte man seitenweise schreiben, da es bereits unser 4. Besuch in der Stadt war, haben wir sicher ein anderes Programm ausgesucht, als Erstbesucher es tun würden. Wir waren im Royal Botanical Garden, Eintritt frei, und in einer Ausstellung über Gärten, dargestellt von impressionistischen Malern.
Eines der Highlights: Das alljährliche Fringe Festival in Edinburgh war gerade im Gange, was für sich schon eine Reise wert ist.

 

Edinburg
Edinburg Die Altstadt von den Princess Gardes aus

Fazit:

Sensationell abwechslungsreiche Reise. Newtonmill als erste Unterkunft ist fast zu schade, das wäre als Höhepunkt später im Ablauf besser gewesen. Auf Shetland wäre ein weiterer Tag gut gewesen, um noch weiter in den Norden vorzudringen. Reisezeit besser Anfang Juli, wenn man die Vögel mag. Auch würde ich die Reise lieber vom Hektischen ins Ruhige machen, aber ohne zu übernachten wieder los fliegen ist vielleicht auch nicht gut.

 

Hier geht es zum Fotoalbum der Reise

Puffin

2 Gedanken zu „Schottland 2010

  • 13. Juni 2014 um 16:12
    Permalink

    Hallo zusammen,
    nach Namibia ist Schottland auch ein Wunschziel. Danke für die schöne kurze Zusammenfassung. Da sind einige Punkte dabei, die wir mit Sicherheit in die Planung aufnehmen.
    Euch viel Spaß in Namibia!!!
    Liebe Grüße
    helen

    Antwort
    • 13. Juni 2014 um 18:22
      Permalink

      Hallo Helen,

      ja Schottland ist unser Lieblingsziel in Nordeuropa. Und Edinburgh ist meine Lieblingsstadt. Sehr empfehlenswert ist Silvester dort Hogmanay

      Gruß Andreas

      Antwort

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