Sossusvlei, Sossus Dune Lodge

Veröffentlicht am: 12. Okt 2014 @ 21:35

10. Oktober

Da die Fahrstrecke nur knapp 100km war, haben wir den Tag nochmals in der Ruhe des Dune Camp begonnen. Zwischen Frühstück und Abholung blieb uns noch ein wenig Zeit, auf die Düne hinter den Zelten zu laufen und die Ruhe und die traumhafte Landschaft nochmals aufzusaugen. Dadurch sind wir erst kurz nach 10 Uhr aufgebrochen. Die 20 km bis zur Hauptstraße kamen uns noch rumpeliger als bei der Anfahrt vor. Auf die C27 eingebogen und locker bis zum Eingang des Parks gefahren. Kurz angehalten, um die Buchungsbestätigung aus dem Rucksack zu ziehen und dann an die Pforte. Der Torwächter des MET (Ministy of Environment and Tourism) oder was auch immer, war kaum zu verstehen. Warum wir neben dem Tor gehalten hätten ? Die Buchungsbestätigung interessiert ihn doch nicht. Die Liste ausfüllen, das macht er. Rezeption und Parkgebühren bitte dort hinten bezahlen. Alles klar, ein leicht mürrischer Torwächter. Also los ins Office. Hier die Rezeption für den Campingplatz, hat der Kerl am Tor das so missverstanden? Aber daneben die Parkgebührzahlstelle. Ob wir Heißluftballon fahren wollten ? Ja klar, aber das haben wir doch schon gebucht! Ja dann wird die Parkgebühr für einen Tag erlassen. Gut, die Gebühr bezahlt, und mit der Kirche ums Dorf geschickt worden. Die Lady sagte uns, wir sollten vom Tor zum Cayon fahren und dann zur Lodge. Das ist gefühlt doppelt so weit, wie gerade in den Park und dann die Privatstraße zur Lodge. Das kann ja heiter werden mit dem NWR (Namibian Wildlife Resorts).

Am Parkplatz der Lodge stand ein einsames NWR Auto, ein Schild verbietet, weiter zu fahren und ein anderes weist auf einen Fußweg hin. Da wirds wohl zur Lodge-Rezeption gehen. Also losmarschiert. Nach 20 m kommt uns ein Golfcart entgegen, entschuldigt sich fürs zu spät kommen. Bringt uns zum Auto zurück, packt das Gepäck auf und bringt es bis ins Zimmer. Nett, freundlich, hilfsbereit. Alle hier. Wunderbar. Das Zimmer bzw. das Chalet ist ein (eigentlich zwei ineinander gebaute) typisch afrikanischer Rundbau mit Strohdach und Zeltwänden, drinnen Platz zum Tanzen, grosse Fensterfront, grosse Terasse, super Ausblick. Am Nachmittag fahren wir über die private road zur Hauptstrasse ins Sossusvlei und fahren zur Dune 45 (eine der wenigen Dünen, die man besteigen darf). Laufen / kraxeln ein Stück hoch, der Wind bläst abartig, und wir beschliessen den Aufgang bei weniger als 50% als beendet. Fahren zurück bis zum Main gate, sehen unterwegs noch den ersten Schakal und einen Sekretär (ein riesiger Vogel). Versorgen uns mit Savannah dry und machen unseren privaten Sundowner im room no. 21. Erfahren beim dinner, dass wir für die Ballonfahrt am nächsten Morgen um 5 Uhr 50 am main gate stehen sollen. Also gehen wir zeitig schlafen. und schlummern selig.

Gefahren 190km

11. Oktober

Aufstehen um 4:30 Uhr. Stockfinster, trotz abnehmenden Mondes. Kurz nach 5 am Speisesaal kein Frühstückspaket (war uns wegen nicht eingenommenen Frühstücks wegen Ballonfahrens so gesagt worden). Nur Lunchpakete. Der Nachtwächter meint, einfach nehmen. Zum Auto gelaufen, um die Zeit ist noch kein Fahrdienst da, und wieder mal die Toyota-Techik verflucht, dass das Auto hupt, wenn es aufgeschlossen wird.

Wir sind zu früh und warten am geschlossenen Tor. Pünktlich kommt der Abholer. Wir sind die ersten im Bus. Es folgt noch eine Abholstation, die Sossusvlei Lodge, wenige 100m weiter. Dann fahren wir in die beginnende Dämmerung Richtung Startgelände. Das ist heute bei der Kulala Lodge. Dort sind zwei Ballone, unser Bus wird zum zweiten geschickt. Wir schauen uns das Aufheizen von weitem an, es heisst plötzlich einsteigen. Dank eines wenig einsichtigen Dränglers sind wir die Letzen, die in den Korb klettern. Da war was mit den Ersten und Letzen und so.

Um 6:45 Uhr ging es los. Ein leichter Ruck und ein Zischen der Brenner sind alles, was den Unterschied zwischen am Boden und Airborne ausmachen. Die Helfer winken noch und es geht zügig hoch. Bis ca. 1200m. Die Sicht ist leider nicht ganz klar, das gibt aber dafür sehr schöne Bilder mit dem zweiten Ballon. In dem sass die Bosch Automotive Namibia Tour 2014. Es war zwar der amerikanische Ableger, aber sowas könnten sich deutsche Firmen auch mal abgucken….

Um 8:05 Uhr waren wir sicher gelandet. Nach einem opulenten Sektfrühstück in der Wüste ging es zurück in die Lodge.

Nach ein wenig Erholung, sind wir gegen 14:00 Uhr los Richtung Deadvlei. Unterwegs haben wir die Lunchpakete verspeist und sind dann recht alleine am 4×2 Parkplatz angekommen. Nach kurzer Diskussion haben wir beschlossen, unseren 4×4 stehen zu lassen und den Shuttle zu nehmen.

Der Fahrer meinte trocken: „Warum fährst Du nicht selbst bei so einem tollen Auto? Einfach den Reifenluftdruck auf 1,8 Bar (in jeder Quelle habe ich bisher eher 1,6 bis 1,5 gehört) und los.“ Nach der Versicherung, dass uns geholfen wird, wenn es doch nicht klappt, haben wir den Luftdruck auf 1,8 gesenkt.

Und das Abenteuer Tiefsand begann. Es war wirklich fast so einfach,wie der Shuttlefahrer meinte und wir kamen am Deadvlei Parkplatz an. Die 1,1 km gelaufen und schon waren wir da.

Nach wenigen Minuten waren wir ganz allein im Vlei (Tal). Und kurz darauf fingen die Schatten an länger zu werden. Wenn man sich überlegt, was morgens los ist, ist es absolut verwunderlich, dass man Abends alles allein hat. Gut, durch das Wohnen im Park waren wir privilegiert, was die Rückkehrzeit angeht. Wir mussten erst eine Stunde nach Sonnenuntergang in der Lodge zurück sein. Alle, die draußen wohnen, müssen zum Sonnenuntergang am Tor sein (65km bei einem Tempolimit von 60km/h). Durch das späte Fahren, sieht man sehr viel mehr Tiere als am Tag.

Das anschliessende Abendessen in der Lodge wurde durch einen Schakal unterbrochen. Das verdutzte Tier wurde 4m vom Restauranteingang durch Fotoblitze in die langsame Flucht geschlagen. Der kommt wohl öfter vorbei.

Im Namibia-Forum hat mal jemand nach dem perfekten Tag im Sossusvlei gefragt. Für uns war dieser Tag perfekt.

Gefahren 140km

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