Shinde, 28.-30.05.2016

Für uns stand ein Auto mit Fahrer da. Er nahm das Gepäck, wartete, bis der Flieger wieder weg war und erklärte uns dann, dass wir nicht gleich ins Camp fahren, sondern gleich auf einen Game Drive, da es ja erst 9:25 Uhr war.

Collen, so sein Name, fragte, ob wir schon alle Katzen gesehen haben. Wir verneinten und gaben an, dass uns Leopart und Gepard noch fehlen. Darauf er ganz trocken, Leopard könne er uns anbieten, da der Kollege gerade bei einem stehe, und es nur ein paar Minten dauern würde, bis wir da sind. Wir also hin, Leopardendame liegt auf einem Baum. Bilder gemacht. Leo steigt ab, wir hinterher. Über Stock und Stein querfeldein. Shinde ist ein privates Schutzgebiet, es dürfen nur Angestellte dort fahren und die dürfen überall hin. Es gibt zwar Fahrspuren, die auch genutzt werden, aber nur, bis etwas interessantes endeckt wird.

Wir waren also noch nichtmal richtig angekommen und schon mehr als zufrieden.

Aber ein Fünf-Sterne Öko-Tourismus Ressort hat natürlich noch mehr zu bieten. Da sind nachfüllbare Wasserflaschen, immer und überall frisch und kalt. Nach etwa zwei Stunden sind wir pünktlich zum Lunch im Camp angekommen. Es standen alle Angestellten da haben uns mit Gesang herzlich willkommen geheissen und es wurden kräftig Hände geschüttelt und Namen ausgetauscht.

Nach dem Lunch auf der grossartigen Terasse mit noch grossartigerem Ausblick haben wir das Zelt mit dem Namen Enclave 2 bezogen – wenn die Bilder gut sind, gibt es bald ein Kugelpanorama des Raumes – und sind um 3 Uhr zum High Tea. Danach ging es mit Collen zur Bootstour, nur wir drei also. Die Wasserwege sind teilweise sehr schmal, so dass man zwischen dem Papyrus kaum erkennen kann, wo es weitergehen soll. Die Vogeldichte ist deutlich geringer als weiter oben am Flusslauf, aber dafür ist man hier wirklich fernab der Zivilisation. Zu sehen gab es Hippos, ein kleines Krokodil und viele schöne Kanäle, die von Hippos und Elefanten freigetrampelt werden. Jede Bootsfahrt ist anders, aber keine einzige so, dass man entäuscht sein könnte. Immer lernt man etwas neues kennen, oder erfährt mehr über bekanntes. Und vor allem, es gibt keine Schlaglöcher.

Nach dem Sundowner ging es zurück zum Camp. Es war noch etwas Zeit bis zum Dinner, man bekommt Tee, Kaffee oder sonstige Getränke angeboten (hier ist All Inclusive, man möge sich wie daheim einfach bedienen, wenn nicht grad jemand kommt und es einem abnimmt, egal ob vom Management, ein Guide oder sonstwer). Der Luxus hier geht wirklich bis zum Unglaublichen. Nach dem Dinner ist das Zimmer in den Nachtmodus versetzt: Tagesdecke weg, Moskitonetz aufgebaut, Wärmflasche im Bett, Sherry mit Gläsern auf dem Tisch, und die weissen Einwegschlappen stehen zum Einsteigen bereit.

Wir haben aber noch eine kleine Nachtsafari gebucht (ging 1 1/2h). Glück hatten wir auch diesmal, wir sind wieder auf die Leopardin getroffen, die wir bereits morgens gesehen hatten, daneben haben sich 2 Hippos, mehrere Elefanten und eine Servalkatze gezeigt. Der Rückweg zum Zelt geht nur mit Begleitung, da der Elektrozaun des Camps nur Elefanten fernhält. Alle anderen neugierigen Bewohner der Gegend haben Zutritt.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Wake up Call um 6 Uhr – dabei wird einem ein Tablett mit Tee serviert – um 6 Uhr 30 zum Frühstück, um 7 Uhr fuhren wir mit 2 Guides los – einschl. Wärmflasche und Decke – und sind nach etwa 30 Minuten Fahrt zu einem Spaziergang im Busch aufgebrochen. Für uns gab es Stulpen, für den Guide vorn ein scharfes Gewehr, eine Anweisung, schön im Gänsemarsch zu bleiben, und das Gewehr sei nur zum Krach machen, wenn es mal ungemütlich werde. So ging es los, ein Guide vorn, dann wir zwei und ein Guide hinten. Die Welt sieht anders aus als vom Auto aus.

Nach 2 h waren wir zurück und fuhren noch recht lange durch die Gegend, bis wir wiederum die Leopardin entdeckten und ihr lange folgten und viele noch schönere Bilder von ihr machen konnten. Bis sie irgendwann im hohen Gras verschwunden und nirgends mehr zu entdecken war.

Nach dem Lunch sind wir mit dem Guide, der heute morgen mitlief, zu einer Mokoro-Tour aufgebrochen. Mokoro sind eigentlich Einbaum Boote, werden aber inzwischen auch aus Fiberglas hergestellt. Der Fahrer steht wie ein Gondolere in Venedig hinten und steuert und bewegt das Boot mit einem ca. 4m langen Stab.

Es gab winzige Frösche, kleine fleischfressende Pflanzen, kleine Seerosen, Schneeflocken- und andere Blumen und vor allem kaum einen Laut vom Boot und dadurch wie beim Laufen ein völlig neues Erleben der Wasserwelt.

Da wir wirklich zu kurz hier sind, geht es nach dem Hightea gleich zur nächsten Pirschfahrt. Jetzt hat die Sichtungsfee keine große Lust mehr. Wir sehen zwar viele Tiere, aber weder Katzen, noch Hyänen oder einfach seltene Arten. Nur die Standardbesetzung: Impala, Zebra, Tsetsebe, Paviane, Warzenschweine, ein paar Lechwee, Elefanten, Hippo, Fischadler. Als die Sonne kurz vorm untergehen ist, fahren dann alle Autos zu einer Stelle und es gibt einen gemeinsamen Sundowner, mit viel Gintonic. Danach schnell zurück, damit man rechtzeitig zum Dinner da ist. Das ist heute mit Gesang und Polonaise, da zwei Damen eines Reiseunternehmen zu Besuch waren. Man legt sich besonders ins Zeug.

Jetzt schnell ins Zelt, wir müssen ja packen, denn der Rückflug ist zwar erst für 10:55 Uhr angesetzt, aber bis dahin kann man ja einen Gamedrive machen, ist doch schließlich alles dicht beisammen.

Das Morgenprogramm (Wecken, Frühstück, Gamedrive) ist also wie am Vortag, nur mit der kleinen Verzögerung: Bezahlen. Nur die Mitbringsel und das Trinkgeld, alles andere haben wir schon vorher bezahlt.

Wir fahren mit unserem Führer und drei weiteren Frauen los, das Gepäck, das wir im Zimmer stehen lassen haben, kommt dann später mit dem Auto, das uns zur Landebahn bringt. Hier muss man wirklich kaum was selbst organisieren 🙂

In der Nacht war Löwengebrüll zu hören, diesen Löwen haben dann alle gesucht. Und gefunden. So haben wir zum Abschluss noch einen stattlichen, schlafeneden, Mähnenlöwen gesehen. Er hat ein wenig posiert, so dass auch ordentliche Bilder rauskommen sollten.

Kurz nach halb Elf hat uns dann der Abholer aufgegabelt, nicht ohne dass es noch einen Tee an einer sehr belebten Wasserstelle gab, dann ging es zur Landebahn.

Dasselbe Flugzeug, mit demselben Piloten holt uns wieder ab. Nur dass es nicht direkt nach Maun geht, sondern noch ein zweites Camp angeflogen wurde, wo dann noch 6 Leute in den 7-Sitzer eingeladen wurden. Ging natürlich nur, weil der Copilot diesmal gefehlt hat, und so dieser Sitz einem Fluggast zugewiesen wurde.

Damit ist Shinde zu Ende. Leider. Das Camp ist ein Traum, die Landschaft durch den Kontrast Wasser – Grassavanne umwerfend. Die Gastfreundschaft, der Service, selten so gut gewesen. In der Kombination einfach sensationell.

Online gestellt aus dem ICE, der uns nach Stuttgart bringt.

Mietwagenrückgabe und Abflug nach Shinde, 28.05.2016

Wir waren als erste beim Frühstück. Danach schnell Auschecken, und los geht die letzte, oder fast letzte Fahrt, mit unserem Offroad-Schaukelschiff, 5km bis zu Avis Maun, bzw. dem Flughafen. 10 vor 8:00 Uhr bei Avis angekommen. Zufahrt verschlossen, Büro leer. Na toll. Steht ja auch an der Tür: Arbeitszeit am Samstag: Keine. Man kommt pünktlich nach Vereinbarung zum Flug. Zum Glück waren wir gestern noch da, und haben uns für 8:00 Uhr angekündigt…

Fünf nach Acht kam eine Frau im Polo, wie sollte da unser Gepäck reingehen, wenn sie uns zum Flughafen (ca. 500m) bringen soll? Ganz einfach, gar nicht. Nach einer Schnellinspektion, sollten wir einfach zum Flughafen fahren, das Gepäck ausladen und sie nimmt das Auto dann mit.

Ca. 2900km, eine verbogene Felge (am Vortag auf der A35 war wohl ein Schlagloch zu viel), völlig abgenutzter Unterfahrschutz (war mal schwarz beschichtet, glänzt jetzt großflächig), nicht gewaschen (ist in Namibia vorgeschrieben), zwei Reperaturen unterwegs, mal sehen, ob Avis noch was von uns will…

Ker & Downey hat unser Gepäck, das nicht nach Shinde mitging, ins Büro eingelagert und dann ging es auch schon durch eine wahnsinnig vertrauenserweckende Sicherheitskontrolle zum Air Safari Flieger. Nur wir zwei, der Pilot und der Copilot. Nach 25 Minuten ruhigem Flug standen wir auf dem Ladestreifen von Shinde.