Seiser Alm, 28.09.2021 – Roßzahnscharte

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und wir wollten hoch hinaus. Zur Tierser Alpl Hütte, 2440m. Am Übergang zum Rosengarten.

Roßzähne und der Weg zur Scharte

Vielen nehem den steilen Weg direkt vom Hotel zur Scharte und dann die Fahrweg wieder hinab, wir laufen lieber anders herum, und plagen uns den breiten Weg hoch und den schmalen runter. Die Belohnung ist dann diese Prachhütte:

Tierser Alpl Hütte

Der Abstieg ist dann sehr steil und geht in die Knochen. Was sehr auffällig war, die Schuhe sind sauber geblieben. Es gab keine einzige Schlamm/Morast/Moor Stelle auf dem Weg. Alles trocken. Auf den letzten Metern vor dem Hotel läuft man sonst durch Meterhohes Grünzeug, dieses Jahr, kaum Kniehoch…

Mehr Bilder im Fotoalbum Seiser Alm 2021

Anfahrt zur Seiser Alm

Normalerweise ist das der erste Beitrag zu einer Reise und mit einem Elektroauto meist auch ein recht spannender Teil. Nur halt diesmal nicht. Warum?

Weil der Taycan einfach schon so gut ist, dass man dem Verbrenner kein Träne nachweinen muss.

Wir haben für die 450km über Fernpass und Brenner ziemlich genau 6h Fahrt und 45 Minuten Pause gebraucht. Und die Zeit war durch den Verkehr und nicht durch die Ladepausen vorgegeben.

Die erste „Ladepause“ war kurz vor Kempten am Allgäuer Tor West. Hier waren 2h Fahrt vorbei, der Akku aber noch halb voll. Stopp wegen Maut und Sanifair. Maut könnte man auch digital machen, leider muss man das aber 18 Tage vor Abfahrt machen, ich habe das aber erst 10 Tage vor Abfahrt „entdeckt“. 18 Tage kommen aus dem Österreichischen Konsumentenschutz, so lange darf man online gekauftes zurückgeben, also auch eine Maut….

Geladen haben wir nur solange wir auch etwas zu tun hatten, sind also sofort weitergefahren, nachdem das Mautaufkleberechen an der Scheibe war.

Nächster Halt kurz vor Innsbruck, an einem Rasthof hat es einen 150kW Lader, hier haben wir gegessen, und sind danach mit 94% SOC abgefahren.

Das Laden hat genau so viel Verzögerung wie das Ein- und Ausstöpseln gebraucht. Bei über 6h Reisezeit nicht bemerkbar.

Nicht langsamer als der Diesel früher

12.08.2021 Rückfahrt

Die Rückreise war recht entspannt, kaum Verkehr und keine Staus. Eine Ladepause, bei der ein Tesla Model 3 Fahrer neidisch auf die Ladegeschwindigkeit des Taycan war.

Hier noch ein wenig Statistik

Gesamtstrecke in km2082 km
Energie in kWh geladen (100% Abfahrt, nach Ankunft auf 100% laden)505,6 kWh
Bezahlte Ladekosten (laut Abrechnungen in den verschieden Apps, Zuhause mit 10% Ladeverlust gerechnet)                  204,78 €
Durchschnittsverbrauch der Reise24,3 kWh/100km
Kosten je km (Energie)                      0,10 €
Kosten je 100km (Energie)                      9,84 €
Benzinequivalent (Juli 21, D, Super) *160,27 Cent/l
Ein Panamera 4S dürfte verbrauchen um die selben Kosten je 100km zu verusachen6,1 l/100km
* https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1690/umfrage/preis-fuer-einen-liter-superbenzin-monatsdurchschnittswerte/ 

Da es immer teurer wird an Autobahnen zu laden, wird der e-Mobilität gerade ein Bärendienst erwiesen. Mit 6,1l Super, kommt man mit dem aktuellen Panamera 4 E-Hybrid auch in etwa 100km weit weit laut spritmonitor.de. Im Alltag mag das gehen, auf der Autobahn ist es aber eine Milchmädchenrechnung, da die Batterie irgendwann leer ist, und nicht mehr geladen werden kann, da das Ladetempo viel zu langsam ist. Ergo ist noch die Elektromobilität auf Langstrecke günstiger, aber nicht mehr lange. Hier müssen sich dringend Vorzeichen ändern, sonst wird es nichts mit dem Ende des Benzinverbrennens.

Wir sind gesund und munter wieder zuhause, unsere Katze hat sich sehr gefreut, dass wir zurück sind.  

Danke fürs mitfahren und kommentieren. Bis zum nächsten Mal.

Basteibrücke vom besten Aussichtspunkt

11.08.2021 Weimar

Das Frühstück war sehr gut und so gestärkt haben wir uns auf den Weg nach Buchfart, um eine 15km Wanderung zu machen. Es sollte zu zwei Türmen gehen.

Der Carolinenturm

Die Hitze war recht ungewohnt und so hat sich der Anstieg zum ersten Turm schon als sehr zäh erwiesen. Irgendwie war die Luft raus, und so haben wir den Rückweg abgekürzt. Es kamen trotzdem 11,5 km zusammen.

Bei der letzten Pause hat sich bei Andreas eine Krone gelockert und ist herausgefallen. Damit war das Nachmittagsprogramm auch schon geklärt: Zahnarzt Suche und Besuch in Weimar.

Den Abend haben wir bei einem sehr guten Essen im Restaurant Erbenhof ausklingen lassen. Die Temperaturen waren so angenehm, dass wir im Innenhof sitzen konnten.

10.09.2021 Fahrt nach Weimar

Nach einem super leckeren Frühstück und einem Abstecher im Breuninger starteten wir nach Nebra zur Arche Nebra, in der eine 3600 Jahre alte Himmelsscheibe ausgestellt wird.

Mit Hilfe dieser Scheibe konnte die Sommer- und Wintersonnenwende bestimmt werden. Eine Leistung, die bis zum Fund dieser Scheibe niemand Mitteleuropäern zu dieser Zeit (späte Bronzezeit) zugetraut hatte.

Die Arche Nebra

Dank Corona durften sich nur etwa 50 Personen gleichzeitig im Gebäude aufhalten, was eine längere Schlange zur Folge hatte. Leider ist die Planetariumsvorstellung ausgefallen, da es einen technischen Defekt gab, somit ist ein wesentlicher Teil der Ausstellung nicht zugänglich gewesen.

Anfang der 21. Jahrhunderts wurde die Himmelsscheibe zusammen mit vielen weiteren Artefakten von Raubgräbern entdeckt, durch Hehler verscherbelt und nach einer groß angelegten Aktion von staatlicher Seite beschlagnahmt. Einige Jahre später wurde die Arche Nebra eröffnet um der Bedeutung des Fundes rechnung zu tragen. Ganz in ihrer Nähe auf dem Hügel etwas weiter oben lagen die Schätze begraben.

Nach einer Stärkung im „Waldschlösschen“ setzten wir unsere Fahrt nach Weimar fort. Unser Hotel „Hollerbusch“ ist eine Villa aus der Gründerzeit mit einem wunderschönen Garten und viel Platz im Haus für die Gäste. Alles sehr großzügig gestaltet.   

Lobby Hotel Hollerbusch

09.08.2021 Leipziger Neuseenland

Da das Wetter einigermaßen gut werden sollte, sind wir in den Süden von Leipzig gefahren, dort gibt es das sogenannte Neuseeland, das sind natürlich geflutete Tagebaulöcher.

Wir haben uns zuerst den etwas weiter weg liegenden Zwenkauer See angesehen, hier gibt es am Hafen reichliche Neubebauung. An einem Aussichtspunkt konnte man sehen, wie das Gebiet vorher aussah, eine 500 m lange Abraumförderbrücke im Schwenkbetrieb. Die Seeform zeigt das noch sehr deutlich.

Aussichtspunkt Zwenkauer See

Danach sind wir zum Aussichtspunkt Bistumshöhe am Cospudener See gelaufen, liebevoll von den Leipzigern „Cossi“ genannt. Nach 180 Stufen gabs eine tolle Aussicht, für Katja waren die Stufen zu durchsichtig.

Blick nach unten, Suchbild, mit Katja

Am Schiffsanleger waren wir dann ganz allein und genossen die Ruhe. In Markkleeberg am Hafen, dem Pier 1, genossen wir unser Essen am Wasser und schlenderten dann am Kai entlang, wo einige recht wenig scheue Enten nah am Kairand unterwegs schwammen.

Ente ganz nah I

Abends saßen wir in einem lauschigen offenen Gewölbe beim alten Rathaus und haben der Musik auf dem Marktplatz bei einem Gin-Tonic gelauscht. Die Temperaturen waren nicht ganz sommerlich, aber recht angenehm.

08.08.2021 Fahrt nach Leipzig

Wir entscheiden uns, den Findlingspark in Nochten anzusehen, hier sind um die 7000 Findlinge in einem parkähnlichen Areal (20 ha) arrangiert, die aus dem Abraum des Tagebaus stammen, der in der Umgebung immer noch aktiv ist. Es ist eine künstlich angelegte Landschaft, eine Renaturierung des Tagebaus, hat aber einen eigenen Charme. Die LEAG (das Unternehmen, das die Braunkohle aus dem Boden holt) unterstützt die Organisation, aber es scheint so, dass dies nur im äußerst notwendigen Umfang geschieht. Die Kühltürme, die man auf der kleinen Anhöhe gut sehen kann, wirken sehr neu, obwohl das Braunkohle-Kraftwerk Boxberg O.L. eines der ältesten ist. Ein Schelm, der Böses dabei ahnt.

Zweithöchster Punkt

Weiter geht es durch schmale kurvige Strassen zu dem Örtchen Hoske, wo an diesem Wochenende ein Töpfermarkt stattfindet, klein, aber fein und idyllisch. Und ein Gedränge wie vor Corona, Masken kann man an einer Hand abzählen.

Jetzt müssen wir etwas beschleunigen, um 19 Uhr haben wir Karten für das Sandtheater im Central Kabarett in Leipzig und noch etwa 150 km zu fahren.  Leider reicht die Energie im Auto nicht mehr bis Leipzig, darum muss unterwegs geladen werden. Bei Dresden sollte der Akku leer genug sein, damit flott geladen werden kann. Leider gibt es dort keine bezahlbare 300 kW Lader, so dass ein 150 kW Lader reichen muss. Hier zeigt sich mal wieder, was für ein Flickenteppich das Laden derzeit noch ist. Keine meiner Standardapps konnte die Ladesäule freischalten, sie waren nicht im Roamingverbund Hubject. Es stand etwas von „Spontanladen“ auf der Säule. Energie Sachsen versteht darunter, lade eine App, speichere dort deine Kreditkartendaten und starte dann das Laden. Ich verstehe unter Spontanladen, Kreditkarte an die Säule halten und los geht’s. Wäre allerdings gut, vorher den Preis zu wissen. Der war hier tatsächlich der günstigste bisher.

Der Akku war nach ca. 30 Minuten so voll, dass bis Leipzig nichts mehr passieren konnte. Eine junge Familie im e-Mini kam noch zur Ladestelle und packte Erdbeerkuchen aus, um die Ladepause zu überbrücken. Elektrisch fahren macht dick 😉

Die Vorstellung „Sandtheater“ im Central Kabarett ist klasse, es wäre ein Jammer gewesen, diese zu versäumen. Wir stellen das Auto im Parkhaus wieder um, wo es für 3,5h laden konnte, da ab 4h Stunden eine Blockiergebühr in dem gewählten Tarif drin ist.  Anschließend bummeln wir noch ein wenig durch die Straßen. Auf 2 Bühnen wird musiziert, so dass recht viele Leute in der Innenstadt unterwegs sind und die Atmosphäre genießen.

Sandtheater, ja das ist Sand

07.08.2021 Rhododendronpark Kromlau und Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Am Morgen haben Tauben auf der Gegenüberliegenden Straßenseite eine Show abgeliefert, die eingefangen werden mussten.

Flugshow I

Das heutige Programm geht in eine von letztem Jahr bekannte Richtung, den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.

Auf dem Weg nach Bad Muskau machten wir einen Abstecher zur berühmten Rakotzbrücke in Kromlau, die sich im Rhododendronpark befindet. Hier ist das Konzept, zahlen fürs Parken und freier Eintritt in den Park.

Rakotzbrücke

Das Wetter ist recht gut, es wird immer sonniger und auch die Temperaturen zeigten sich gnädig. In Bad Muskau stärken wir uns erst einmal, bevor wir den Park erkunden. Letztes mal haben wir die Aussenbezirke aufgesucht, diesmal den inneren Teil, mit einem Ausflug nach Polen. Der Park ist nämlich Grenzüberschreitend. Der größere Parkteil ist in Polen, das Schloss in Deutschland.

Schloss Muskau

Im Schloss Café gönnen wir uns ein Eis zum Abschluss und brechen dann wieder nach Görlitz auf. Für das Abendessen wählen wir das Gasthaus „dreibeiniger Hund“, recht urig mit Gewölbekeller. Ein bisschen Alternativprogramm zu gestern Abend.